Monat: Oktober 2016

Die Pilzsaison in Brandenburg & eine leckere Steinpilz-Consommé

Der Herbst 2016 war bisher für Pilzsammler keine gute Saison. Die Hauptsammelzeit für Pilze ist vorbei und die Ausbeute war gering.

Man kann sie braten, panieren, einlegen, trocknen und sogar einfrieren. Sie verleihen Soßen ein intensives Aroma und eignen sich optimal für leckere Consommés oder Rahmsüppchen. Durch das Erfolgserlebnis beim Selbstsammeln in der Natur schmecken sie sogar noch um einiges besser.

Titelfoto (c) Pixabay; Foto 1 (c) Heart Of Brandenburg; Fotos 2-5 (c) Pixabay

Wer sich mit Pilzen auskennt und sich noch selbst auf die Suche begeben möchte, sollte vor allem durch Kiefernwälder streifen, denn hier besteht zumindest die Hoffnung, Maronen zu finden. In den Brandenburger Laubwäldern sieht es aktuell nämlich nicht so gut aus und man kann stundenlang umherstreifen, ohne nur einen einzigen genießbaren Pilz gefunden zu haben.

Das sonnige Wetter im Frühherbst und die lange Trockenheit haben keine gute Basis für das Pilzwachstum geschaffen. Doch das Wetter der letzten 2 Wochen gibt wieder Anlass zur Hoffnung, denn die Pilzsaison ist ja noch nicht ganz vorbei:  Hier und da läßt das feuchtere Wetter unter Blättern und an Baumstämmen die Pilze wieder sprießen. 

Ob nun selbstgesammelt oder aus dem Supermarkt: Zum Schluss gibts noch ein Rezept für eine leckere Steinpilz-Consommé!

Zutaten (für ca. 2 Pesonen)20 Gramm getrocknete Steinpilze, 1 Bund Suppengrün, 2 Zweige Thymian, 1 Gemüsezwiebel (klein), Priese Salz & Zucker, 1/2 Teelöffel Zitronensaft, 1 EL Sherry (Dry Seco), 2 Scheiben Toast oder Weißbrot, 1 kleiner Zweig Rosmarin & 3 EL Olivenöl

Zubereitung: Die getrockneten Steinpilze mit 900 ml  kochendem Wasser übergießen und etwas ziehen lassen. Dann das gewaschene Suppengrün in kleine Stücke schneiden und die Zwiebel geviertelt mit den Schnittflächen in einem heißen Topf kurz anrösten. Dann Suppengrün, Thymian und Steinpilze mit Einweichwasser dazugeben und eine gute halbe Stunde bei geschlossenem Deckel kochen lassen. Als nächstes wie die Brühe durch ein Mulltuch gegossen, welches man am besten in einem Durchschlag auslegt. Aus dem Tuch entnimmt man dann ca. die Hälfte der Steinpilze und schneidet sie in kleine Stückchen. Während man die Brühe kochen lässt, werden die Croûtons zubereitet: Brot in kleine Würfel schneiden, Rosmarin hacken und beides so lange in Olivenöl anbraten, bis die Croûtons goldbraun sind. Die Brühe lässt man im offenen Topf so lange reduzieren (auf ca. 500 ml), bis ein kräftiger Geschmack entstanden ist und schmeckt sie zum Finale mit Salz, Sherry und Zitronensaft ab. Kurz vor dem Servieren werden Croûtons und Steinpilzstückchen hinzugegeben. Fertig!

Beste Grüße und bis bald

Paul

Potsdamer-Spezialitäten-Tour: Niederlande – Russland – Preußen

Im Gegensatz zu Berlin geht es abends in Potsdam bekanntlich um einiges beschaulicher zu. Allen denen, die eine Alternative zum abendlichen Restaurant-, Theater- und Kneipenbesuch suchen, empfehle ich die dynamische, von mir selbstbetitelte Potsdamer-Spezialitäten-Tour.

Obwohl der Titel der Tour ist nicht außerordentlich kreativ ist, trifft er doch im Kern einige kulinarische Besonderheiten, die in dieser Kombination nur Potsdam zu bieten hat.

Aus Liebe und Bewunderung  des einen preußischen Königs für die Niederlande und eines anderen für das russische Zarenreich, sind uns heute noch das Holländische Viertel und die russische Kolonie Alexandrowka erhalten geblieben. Architektonisch einzigartig für Deutschland, sind beide Ensembles nach der Wiedervereinigung aufwändig restauriert worden. Es verwundert nicht, dass sowohl in der russischen Kolonie, als auch im Holländischen Viertel die entsprechende jeweilige landestypische Gastronomie anzutreffen ist.

Niederländisch

Wir starten gegen 18:00 Uhr im Holländischen Viertel mit köstlichen Poffertjes im schönen Café  Poffertjes en Pannekoeken in der Mittelstraße 32.  Poffertjes sind eine niederländische Gebäckspezialität, die kleinen, münzgroßen Pfannkuchen ähnelt und in einer speziellen Pfanne mit entsprechenden Vertiefungen zubereitet werden. Mit kleinen Butterstückchen und viel Puderzucker bestreut sind sie deutlich süßer als unsere Pfannkuchen. In den Niederlanden werden Poffertjes oftmals zusätzlich mit Stroop (Zuckerrübensirup) garniert. Im Poffertjes en Pannekoeken kann man  auch andere Toppings, wie Sahne oder Schokosauce wählen.

Russisch

Dann geht es weiter in die verträumte und dunkel daliegende Kolonie Alexandrowka im Norden der Innenstadt. Die Siedlung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besteht aus insgesamt zwölf Gehöften in ausgedehnten Gärten, mit 12 hölzernen, freistehende Giebelhäusern, zwei weiteren hölzernen Gebäuden und der Alexander-Newski-Gedächtniskirche. In der russischen Teestube Alexandrowka Haus 1 haben wir die „Teezeremonie aus dem goldenen Samowar“ vorbestellt. Beim Eintreten vergisst man im überwältigenden Ambiente kurz, dass man in Deutschland ist. Die Teegläser sind bereits eingedeckt und der goldene Samowar steht in der Mitte der langen Tafel, umringt von russischem Teegebäck, Konfekt, Zitrone, Honig  und Konfitüre. Als besonderes Highlight präsentiert Inhaber Thomas Hein sogar noch eine interessante Einführung in die Welt der russischen Teekultur. Der Tee mit seinem leicht rauchigen Aroma, ergänzt mit den bereitstehenden Zutaten ist einfach nur wunderbar! Nach einer kräftigen Runde Wodka geht es weiter zum königlichen Finale der Tour.

Preußisch

Direkt am Jungfernsee, am Rande des Neuen Gartens und in direkter Nachbarschaft zum geschichtsträchtigen Schloss Cecilienhof, kehren wir in die Meierei ein. Hier in der ehemaligen historischen Molkerei des Königshofs gibt es neben brandenburgischer Küche auch selbstgebrautes Bier in verschiedenen Ausführungen. Gerade am Abend ist das ziemlich einsam liegende schlossartige Gebäude mit seiner Terrasse direkt am See mehr als beindruckend. Nach einigen Runden Bier mit unterhaltsamer Moderation der gleichermaßen eloquenten wie sympathischen Bedienung ging es dann wieder zurück ins Hotel. Schade nur, dass die Meierei am Neuen See dank übersensibler BewohnerInnen des angrenzenden Villenviertels bereits um 22:00 Uhr schließen muss!


Bei schönem Wetter kann man die Distanzen zwischen den Stationen gut mit dem Rad zurücklegen. Im Winter oder bei ungünstigem Wetter empfiehlt es sich, auch aus zeitlichen Gründen, zumindest für die Strecke zwischen Alexandrowka und der Meierei im Neuen Garten sowie für den Rückweg zur Innenstadt Taxen zu bestellen.

Bis bald und beste Grüße

Paul

 

Hidden Places: Kummerow in der Uckermark

Deutschland ist dicht besiedelt. So dicht, wie keine andere Region in Europa. Die Uckermark jedoch ist vielerorts nahezu menschenleer. Durchschnittlich wohnen hier nur 40 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Weite Sicht, malerische Landschaften & verträumte Dörfer

Kummerow ist einer dieser verträumten Orte im Nirgendwo. Das kleine Dorf nördlich von Schwedt zählt gerade mal 100 EinwohnerInnen. Dennoch weckt der Ortsname bei vielen Menschen, die den Roman Die Heiden von Kummerow des Angermünder Schriftstellers Ehm Welk kennen großes Interesse. Denn es wird gemutmaßt, dass der Autor die Handlung eines Romans eben dorthin verlegt haben soll. Auch wenn sich 50 Jahre nach dem Tod des Autors der Sachverhalt nicht abschließend klären lässt, lebt der Mythos weiter: An der Bushaltestelle haben die Kummerower Szenen aus dem Roman bildlich verewigt und auch die Ortsvorsteherin Ilona Pahl ist fest davon überzeugt, dass ihr Kummerow gemeint ist.

Schmuckstück des Dorfes ist die Kirche, ein spätgotischer rechteckiger Feldsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Dann gibt es noch einen bewirtschafteten Gasthof, was für diese Ortsgröße in Brandenburg keine Selbstverständlichkeit ist. Neben freundlicher Bewirtung in uriger Umgebung erwartet einen hier auch ein Bauerngarten mit alten Obstsorten und Streuobstwiese. Wer Ausschau nach naturbelassenen Spezialitäten aus der Region sucht, sollte mal bei der Imkerei Kummerower Heiden Honig vorbeischauen. Sowohl Gasthof Pahl, als auch die Imkerei nehmen jährlich im Juni an der Brandenburger Landpartie teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung gewähren viele landwirtschaftliche Betriebe interessante Blicke hinter die Kulissen und warten mit besonderen Events sowie gastronomischen Angeboten auf.

Die faszinierende Einsamkeit und Stille, die Kummerow und Umgebung prägen, wird auch durch die nicht wenigen leerstehenden und dem Verfall preisgegebenen Häuser unterstrichen. Während sich Stadtmenschen in dieser Atmosphäre schnell in wildromantischen Emotionen verlieren können, müssen sich die BewohnerInnen von uckermärkischen Dörfern wie Kummerow durchaus Gedanken über ihre Zukunft machen. Obwohl Kummerow mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren im regionalen Vergleich verhältnismäßig gut dasteht, ist das Dorf trotzdem von Bevölkerungsschwund bedroht.


Anfahrt: Von Berlin über A11 und B158 bis Schwedt/Oder, dann folgt man der L272 bis Kummerow. Dies ist zugegebenermaßen nicht die kürzeste, dafür aber die interessanteste Strecke, denn besonders der Teilabschnitt von Schwedt bis Kummerow offenbart die ganze Schönheit de Uckermark!

 

Mein Kiez Teil 1 – Vom Hackeschen Markt bis zur Torstraße

Titelfoto  Markus Rack Photography

 

Hallo aus Berlin,

während ich in den vergangenen Jahren überwiegend in Kreuzberg und Neukölln unterwegs war, habe ich seit einiger Zeit Mitte und Prenzlauer Berg für mich wiederentdeckt. Da die beiden Bezirke eben nicht nur Kommerz, Gentrifizierung und Touri-Hype zu bieten haben, stellt Heart Of Brandenburg in den nächsten Wochen einige besondere Orte aus unserem Kiez zwischen Hackescher Markt und Danziger Straße vor.


Teil 1: Heute gehts vom Hackeschen Markt über das Scheunenviertel bis zur Torstraße

Ein Ort aus einer anderen Zeit: Haus Schwarzenberg

Am Hackeschen Markt zwischen Starbucks und MCM gibt es in der Rosenthaler Straße noch einen anachronistisch anmutenden Ort, der die städtebauliche Entwicklung der vergangenen 2 Jahrzehnte überdauert hat, bzw. so konserviert wurde, dass er uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.

Die Spandauer Vorstadt war Ende der 80er ein einfaches Ostberliner Arbeiterquartier, dessen Altbausubstanz  dem Verfall preisgegeben war. In dem von Baulücken geprägten Areal rund um den Hackeschen Markt war damals an Shopping und Ausgehen nicht zu denken. Nur ein paar alte Bierkneipen, wie Sophien- oder Münzclub hatten die Jahrzehnte überlebt. Das Café Cinema war dann eines der ersten neuen Cafés im Kiez und eröffnete einen Tag vor der Wiedervereinigung. Doch anders als die „neue Mitte“ Berlins hat sich hier bis heute kaum etwas verändert.

Zu verdanken ist dies dem 1995 gegründeten Verein „Schwarzenberg e.V.“, der das Erscheinungsbild und die kreative Mischnutzung des seit Wendezeiten dem Verfall überlassene Gebäudeensembles geprägt hat.

Kreuzberg Berlino

Heute haben hier neben Künstlern mit ihren Ateliers,  auch die Galerie Neurotitan, der Club Eschschloraque, das Monsterkabinett und das Programmkino Central ihre Heimat gefunden.

Das Café Cinema gehört mit seinem dunklen Ambiente unter vergilbten Filmplakaten und gedimmten Scheinwerfern und nicht zuletzt mit seinem schummerigen Raucherraum schon seit Jahren zu meine Favoriten in Mitte. Im Sommer kann man auch im Hof sitzen und dann durch den Hinterhof schlendern.

Mit dem Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, dem Anne-Frank-Zentrum sowie der zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand gehörenden Gedenkstätte Stille Helden, befinden sich hier bedeutende Dauerausstellungen:

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Otto Weidt war Besitzer der jüdischen Blindenwerkstatt am Hackeschen Markt. Während des Holocaust stellte sich Weidt schützend vor seine MitarbeiterInnen und rettete so mehreren BerlinerInnen jüdischen Glaubens das Leben. Dafür wurde er in Jad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt.

Anne Frank Zentrum

Das Anne Frank Zentrum ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Mit Ausstellungen und Bildungsangeboten erinnert das Zentrum an Anne Frank und ihr Tagebuch.

Gedenkstätte Stille Helden

Die Dauerausstellung informiert über die Verfolgung und die Zwangslage der Juden angesichts der drohenden Deportationen, über den Entschluss einzelner, sich durch Flucht in den Untergrund der tödlichen Bedrohung zu widersetzen, sowie über das Handeln und die Motive der Frauen und Männer, die ihnen halfen.

Infos: Haus Schwarzenberg, Rosenthalerstraße 39, 10178 Berlin

 

Ausgelöschte Welt – Das Scheunenviertel

Das Scheunenviertel ist für mich immer schon ein ganz besonderer Ort gewesen: Straßenkämpfe während der Revolution 1919, Heimat der berüchtigten Ringvereine, Standort verruchter Kneipen wie Café Mexiko oder Mulackritze und nicht zuletzt das Zentrum der JüdInnen aus Osteuropa. Berlin war Zwischenstation und Zufluchtsort für Tausende von JüdInnen aus Osteuropa, die vor Krieg, Pogromen oder der Novemberrevolution aus Russland, Litauen und Galizien geflohen waren. Für ein gutes Jahrzehnt wurde das Scheunenviertel zum Zentrum jüdischer Migration in Europa. Zentrum war die damalige Grendierstraße, die heutige Almstadtstraße.

Bundesarchiv Bild 183-1987-0413-502, Berlin, im Scheunenviertel, Juden.jpg
Foto: P. Buch; von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0413-502 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Synagogen, Talmudschulen, Bethäuser, kleine Kabaretts und Theater, Buch- und Lebensmittelläden prägten hier das Stadtbild. Doch schon Ende der 1920er verlor das Scheunenviertel als kulturelles und Lebensmittelpunkt der JüdInnen aus Osteuropa an Bedeutung, denn  viele wurden einfach abgeschoben, emigrierten in die USA oder wurden nach dem Judenboykott von 1933 in sog. wilden Konzentrationslagern interniert. Bis 1942 wurden die verbliebenen JüdInnen in die Todeslager im Osten deportiert und ermordet.

 

Bundesarchiv Bild 183-1987-0413-501, Berlin, im Scheunenviertel, Straßenhandel.jpgFoto: P.Buch; von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0413-501 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Durch Zerstörung im 2. Weltkrieg und Vernachlässigung in den folgenden Jahrzehnten verfiel das Scheunenviertel dann endgültig. Marode Bausubstanz, öde und dunkle Straßenzüge prägten fortan das Stadtbild. Nur vereinzelt konnte man an den Häuserwänden verblichene Schriftzüge und wenige Erinnerungen an die früheren Bewohner ausmachen.

Nach der Wiedervereinigung hat sich die Gegend dann mit neuen Bewohnern, Geschäften und Gastronomie in einen beliebten und schicken Kiez verwandelt. Bis auf die Stolpersteine gibt heute leider kaum noch Indizien auf die früheren BewohnerInnen und die bewegte und dramatische Geschichte des Viertels.

 

Prassnik: „Die perfekte Emulation einer HO-Gaststätte“

In der Torstraße hat sich in den letzten Jahren viel getan: Nicht nur der Verkehr scheint sich jedes Jahr zu vervielfachen, sondern auch Pop Up Stores, Kneipen, Bars und kleine Gastrobuden schießen wie Pilze aus dem Boden. Während das Baiz schon in die Schönhauser Allee ausweichen musste, sind Kaffee Burger und das Prassnik noch alte Bekannte.

Die Gaststätte Prassnik ist mein absoluter Favorit. Denn hier wird perfekte DDR-Illusion geboten: Den Boden bedeckt türkis-braunrotes Linolium-Schachbrett, die Wände präsentieren sich zur Hälfte mit vermeintlicher Ostblockoriginalfarbe und Siebzigerjahretapete. Großartig! Denn hier ist der Service super, das Publikum angenehm, das Bier günstig und es herrscht immer eine relaxte Stimmung.

Prassnik, Torstraße 65,10119 Berlin, tägl. ab 19:00 Uhr

Beste Grüße

Paul

 

Der Spreewald -Tradition & Natur in der Niederlausitz

Nur eine gute Bahnstunde vom Berliner Hauptbahnhof entfernt, erstreckt sich im Südosten Brandenburgs die einzigartige historische Kulturlandschaft des UNESCO-Biosphärenreservats Spreewald

Die Auen- und Moorlandschaft ist geprägt von der natürlichen Flussverzweigung der Spree, die durch unzählige künstlich angelegt Kanäle erweitert wurde. Untrennbar mit der Region verbunden sind Kultur und Sprache des dort seit dem 6. Jahrhundert ansässigen Volksstamm der Sorben. Auch heute noch fällt vielerorts die zweisprachig Beschilderung auf.

Fotos 1-7: pixabay

Ein optimaler Ausgangspunkt für die Erkundung des Spreewalds ist das Städtchen Lübbenau (niedersorbisch: Lubnjow/Błota) mit dem Großen Spreewaldhafen. 

Der Lübbenauer Hafen ist auch als  Gurkenmeile bekannt, denn hier hat man die  Möglichkeit, an den Ständen des kleine Marktes Senf-, Dill-, Salz- und Sauren Gurken zu kaufen und zu probieren. Von hier aus hat man dann die Möglichkeit geführte Fahrten auf teilweise historischen Kähnen oder individuelle Touren per Kajak oder Kanu durch die weit verzweigte  lagunenartige Landschaft zu unternehmen.

Besonders schöne Ausflugsziele sind das im Wald gelegene traditionelle Gasthaus Wotschofska und das Spreewalddorf Lehde. Das Inseldorf, bestehend aus vielen Kaupen (Ableitung vom sorbischen Wort kupa für Inselund war über Jahrhunderte ausschließlich auf dem Wasserweg zu erreichen. Fast  alle Grundstücke verfügen über einen direkten Wasserzugang und so finden auch heute noch Postanlieferung und Müllabfuhr auf dem Wasserwege statt. Im Freilandmuseum Lehde gibt es dann all das zu entdecken, was den Spreewald berühmt gemacht hat: Reetgedeckte Holzhäuser, sorbische Trachten und regionale Spezialitäten, wie der scharfe Meerrettich und alle Varianten der Spreewaldgurke.


Wer genügend Zeit mitbringt oder sogar mehrere Tage im Spreewald verbringen möchte, sollte auf jeden Fall per Kanu bzw. Kajak die über 500 km befahrbaren Wasserwegen des Biosphärenreservates Spreewald auf eigene Faust erkunden!

Fazinierende Orte in Berlin: Das Schöneberger Südgelände

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in Mitte wohne, denn der Natur-Park Südgelände in Tempelhof-Schöneberg war mir bisher kein Begriff. 

Wilde Natur, Kunst, Technikrelikte

Auf dem Areal eines ehemaligen Rangierbahnhofs ist eine fazinierende Naturlandschaft mit Kunstobjekten und Technikdenkmälern von Lockschuppen über verrostete Eisenbahnschienen, bis hin zu Relikten aus Zeiten der Dampfloks entstanden.

„Nachdem […] 1952 der Bahnbetrieb eingestellt wurde, eroberte sich die Natur das Terrain nach und nach zurück. Aus der Bahnwüste entstanden wertvolle Trockenrasen, Hochstaudenflure und ein urwüchsiger Wald – ohne den Einfluss des Menschen. Als in den 19 70er Jahren Pläne bekannt wurden, den Güterbahnhof zu reaktivieren, hatten Naturliebhaber die erstaunliche Artenvielfalt auf dem Gelände bereits entdeckt und sich als Bürgerinitiative für deren Erhalt eingesetzt. Bereits 1999 wurden große Teile des Geländes zum Landschafts- und Naturschutzgebiet erklärt. Dort gibt es heute eine Vielzahl seltener und vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen.“ Quelle: Grün Berlin

Im Mai 2000 wurde dann der Natur-Park Schöneberger Südgelände als Weltweites EXPO-Projekt eröffnet.

Stahlkunstwerken wie Stege, Baumhäuser oder Röhrender der Bildhauergruppe ODIOUS durchziehen den Park und gehen mit Schienen und andere Technikrelikte und nicht zuletzt mit der üppigen Pflanzenwelt eine fast symbiotische Beziehung ein.

Dabei bleibt die Geschichte des Geländes stets präsent: Der schon vom weiten sichtbare stählerne Wasserturm, der riesige Lokschuppen, eine Schiebebühne und sogar eine echte Dampflock prägen das Gesicht des Parks und schaffen zusammen mit Kunst und wilder Natur eine fazinierend morbide Atmosphäre.

In der ehemaligen Brückenmeisterei befindet sich außerdem noch das schönes Café Paresued, in dem Sonntags ein üppig gebruncht werden kann (Voranmeldung!)

Gründe genau also, um diesem besonderen Park mal einen Besuch abzustatten. Sei es nun für entspannte Spaziergänge oder um interessante Fotomotive einzufangen!

Info:

Natur-Park Südgelände

Prellerweg 47 – 49
12157 Berlin

Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt kostet  1,00 € pro Person (ab 14 Jahren).

Prenzlauer Berg at night: Around Berlin’s Kastanienallee

Prenzlauer Berg has always been a beautiful and inspiring part of Berlin

Being one of Berlin’s most popular district to live in, Prenzlauer Berg has been always centre of attraction to many artists and creative people. As many of the buildings survived World War II’s destruction, today most of it’s impressive and style-defining architecture is presently unter monumental protection. Surrounded by vivid history there are many relaxing cafes, brilliant restaurants, extraordinary shops and many hidden treasures.

We met Berlin based photographer Markus Rack for a little excursion to explore the area around Kastanienallee at night and proudly present some of his works.

Best regards, see you

Paul

Potsdam: Verborgene Höfe

Wer in der brandenburgischen Landeshauptstadt schon alle Schlösser besucht hat und noch etwas Neues entdecken will oder wer den Tag einfach entspannt ausklingen lassen möchte, sollte auf jeden Fall hinter die Fassaden der in Reih und Glied angetretenen Typenhäuser der nördlichen Innenstadt schauen.

Die in der Regierungszeit des ‚Soldatenkönigs‘, Friedrich Wilhelm I. errichteten, meist zweigeschossigen Gebäude prägen noch heute das Bild der nördliche Innenstadt. Während sein Sohn ‚Friedrich der Große‘ für seine künstlerische Architektur bekannt ist, zeichnet sich die Regentschaft des Soldatenkönigs vor allem durch durch Zweckbauten aus: Seine Instruktionen zur Stadtplanung enthielten nur rudimentäre Aussagen zum Aussehen der Häuser. Des Königs Ziel waren möglichst kostengünstige Quartiere für seine Soldaten zu errichten und 1740, am Ende seiner Regierungszeit, war Potsdam faktisch eine große Kaserne. Zur Versorgung der Potsdamer Familien und der im Erdgeschoß der Häusern untergebrachten Regimenter, siedelten sich in den Höfen Handwerksbetriebe, Manufakturen und Brauereien an.

Im Laufe der Jahrhunderte und besonders nach der Wiedervereinigung hat sich der Charakter der Hinterhöfe stark verändert. Nach teilweise aufwändigen Sanierungs-arbeiten findet man hier heute kleine urbane Oasen mit gemütlichen Cafés, Restaurants, Gärtchen, Kultureinrichtungen und vielen kleinen Läden, in denen Kunsthandwerk und vieles mehr angeboten wird.

Als Startpunkt für die Entdeckungstour bietet sich z.B. der Hofeingang zum NH Hotel, Friedrich-Ebert-Straße 88 an. Von hier aus kann man sich seinen Weg quer durch die Höfe zur Gutenberg- und Jägerstraße suchen. Geht man dann aufmerksam weiter, findet man im gesamten Viertel zwischen Brandenburger Straße und Schopenhauerstraße immer wieder neue Hofeingänge,  durch die sich interessante architektonischen Ensembles entdecken lassen, hinter und in denen sich kleine Läden verbergen und schöne Cafés und Restaurants zum Verweilen einladen.


 

Unsere gastronomischen Tipps im Viertel:

Restaurants:

Osteria La Maiella

Brasserie zu Gutenberg

Belmundo

Restaurant & Cafe:

Café Heider

Kneipe:

Hafthorn

Beste Grüße und bis bald

Paul