Monat: Oktober 2017

Villencolonie Alsen am Großen Wannsee

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand am westlichen Ufer des Großen Wannsees die Villencolonie Alsen. Die Kolonie war mit ihren repräsentativen Villen, pächtigen Schlössern, großzügigen Gartenanlagen, Segelclubs und Vereinen reger Mittelpunkt des illustren Lebens des Berliner Großbürgertums. 

Heute erinnern nur noch wenige Häuser an die glanzvolle Welt des Berliner Großbürgertums und an die Bewohner der prächtigen Villen. Schon nach dem Ersten Weltkrieg setze der langsame Niedergang der Kolonie ein, denn einige Bewohner  konnten ihre Villen wegen der Inflation nicht mehr halten und mussten verkaufen. Bis 1941 wurden jüdische Besitzer jüdischer Herkunft vertrieben, enteignet oder ermordet. Ihr Eigentum ging dann in die Hände prominenter Funktionäre über oder wurden für nationalsozialistische Einrichtungen genutzt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs kam es schließlich noch zu Kriegsschäden, da der Volkssturm hier das Vordringen der Roten Armee in die Innenstadt aufhalten wollte. Viele der verwaisten oder geplünderten Villen dienten nach Kriegsende als Krankenhäuser und Freizeiteinrichtungen der Alliierten oder wurden zu Schullandheimen umgestaltet.



Der Maler Max Liebermann (20.7.1847 – 8.2.1935) ist der heute wohl bekannteste frühere Anwohner der Colonie Alsen. Seine Werke zählen zu den bedeutendsten des deutschen Impressionismus.

Im Sommer 1933 malte er ein letztes Mal die Blumenterrasse in Wannsee. Am 8. Februar 1935 starb Max Liebermann und wurde auf dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee in Berlin beigesetzt. Nach dem November-Pogrom von 1938 wird seine Frau gezwungen, das Haus am Wannsee zu verkaufen. Um sich der Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt zu entziehen nimmt sich Martha Liebermann, vereinsamt und fast ihres gesamten Vermögens beraubt, 1943 das Leben.

In der Villa von Max Liebermann befindet sich seit 2006 ein Museum mit wechselnden Ausstellungen.



Haus der Wannseekonferenz (Villa Marlier). Am Rande der Colonie Alsen ließ sich der Fabrikant für pharmazeutische Präparate Ernst Marlier 1914/15 eine prächtige Villa mit etwa 1.500 qm Wohnfläche in der heutigen Straße Am Großen Wannsee 56-58 errichten. 1940 erwarb das Anwesen die „Stiftung Nordhaven“ eine Tarnorganisation des RSHA, welche das Gebäude bis 1945 als SS-Gästehaus nutzte und damit zum Tagungsort der Wannsee-Konferenz machte.

Für den 20. Januar 1942 lud der von der NS-Führung mit der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragte Reinhard Heydrich 13 Staatssekretäre verschiedener Ministerien sowie hohe Partei- und SS-Funktionäre zu einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“ in die Villa „Am Großen Wannsee 56-58“ ein. Thema der Konferenz war die Koordinierung der Zusammenarbeit aller an der „Endlösung“ beteiligten Dienststellen. Das Protokoll der Besprechung führte Adolf Eichmann, zuständig für die zentrale Organisation der Deportationen. Durch dieses Protokoll sind die wesentlichen Ergebnisse der Besprechung überliefert. Ein vorrangiges Ziel der Zusammenkunft war die Einbindung der vertretenen Institutionen in die Planung und technisch-organisatorische Umsetzung des Völkermords, der zum Zeitpunkt der Konferenz bereits in vollem Gang war.

1992, zum 50. Jahrestag der Wannsee-Konferenz, wurde die Gedenk- und Bildungsstätte eröffnet. Seit 2006 befindet sich die ständige Ausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäische Juden“ in den Räumen der Villa.



Fotos (c) Heart Of Brandenburg

Herbstliche Ausflüge nach Brandenburg: Tipps für Kurzentschlossene

Von Berlin aus lassen sich mühelos viele interessante Ziele für einen tollen Tagesausflug entdecken! Hier sind unsere Vorschläge:

Rheinsberg

Rheinsbergs Stadtbild präsentiert sich preußisch, großzügig und bildet zusammen mit dem Schloss, ein Musterbeispiel für den sog. Friderizianischen Rokoko, und der ausgedehnten Park- und Seenlandschaft eine wunderbare Einheit. Kein Wunder, dass Friedrich der Große während seiner Zeit als Kronprinz hier die glücklichste Zeit seines Lebens verbracht haben soll. Auch Kurt Tucholsky schätze die Stadt in der Ostprignitz sehr und widmete ihr seine Erzählung Rheinsberg Ein Bilderbuch für Verliebte.

Schloss Rheinsberg Öffnungszeiten: 01.04.2017 bis 31.10.2017, Di bis So 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr / 01.11.2017 – 31.12.2017, Di bis So 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Tucholsky Museum Öffnungszeiten: April bis Oktober 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr / November bis März, 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Rheinsberg ist auch ein guter Ausgangspunkt für weitere Ausflüge ins Ruppiner Land oder zur Mecklenburgischen Seenplatte.

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Foto: (c) pixabay

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Aus 23 Metern Höhe erschließt der 320 Meter lange Baumkronenpfad eine völlig neue und inspirierende Perspektive auf die von Pflanzen überwucherte einzigartige Ruinenlandschaft.

Morbide, verwunschen, gruselig, so kann man die Ruinenstätte am besten charakterisieren. Erhabene, ehemals prächtige Gebäude inmitten einer weitläufigen Parkanlage erzählen eine bewegte Geschichte, die mehr als 100 Jahre zurückreicht. Natur, Geschichte und Architektur formen in Beelitz-Heilstätten ein unvergleichlich faszinierendes Gesamtbild.

Öffnungszeiten: tägl. 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Anfahrt: Baum und Zeit, Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten

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Foto: (c) Heart Of Brandenburg

Ziegeleipark Mildenberg

Zu Gründerzeiten wurden im Zehdenicker Ziegeleirevier, dem größten Europas, Milliarden von Ziegeln hergestellt, aus denen Berlin und große Teile der Mark erbaut wurden. (Quelle: www.ziegeleipark.de)

Als Station der Europäischen Route der Industriekultur und der Deutschen Tonstraße präsentiert der Ziegeleipark Mildenberg in verschiedenen erlebnisreichen Ausstellungen die Geschichte der Ziegelproduktion und der damaligen Arbeitswelt.

Öffnungszeiten: 01. April bis 05. November, tägl. von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Anfahrt: Ziegeleipark Mildenberg, Ziegelei 10, 16792 Zehdenick (OT Mildenberg)

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Foto: (c) WInTO GmbH

Kloster Chorin

Als Zisterzienserabtei 1258 von askanischen Markgrafen gegründet, gehört die Anlage des Klosters Chorin heute zu den bedeutendsten Baudenkmalen der frühen Backsteingotik in Brandenburg. Hier treffen faszinierende Architektur mit morbidem Charme auf die wunderschöne wald- und seenreiche Landschaft der Schorfheide.

Wer mit der Bahn anreist, profitiert von einem schönen Spaziergang durch das Dorf Chorin und den angrenzenden herbstlichen Wald und erreicht das Koster dann nach ca. 30 Minuten.

Öffnungszeiten: Sommerzeit täglich 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Winterzeit täglich 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Anfahrt:  Kloster Chorin, Amt Chorin 11a, 16230 Chorin

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Foto: (c) Ulrike Schuhose, Koster Chorin

Besucherbergwerk F60

In Lichterfeld steht ein wahrer Gigant und zeugt vom Braunkohletagebau in der Lausitz: Die 502 Meter lange, 204 Meter breite, 80 Meter hoche und 11.000 Tonnen schwere Abraumförderbrücke F60.

Auf einem geführten spektakulären 90-minütigen Rundgang kann man den Stahlkoloss bis in 74 Meter Höhe erkunden. Neben vielen Informationen zur Technik und zum Braunkohlebergbaus in der Lausitz, genießt man eine atemberaubende Aussicht.

Öffnungszeiten: 16. März bis 31. Oktober, Montag bis Sonntag täglich von 10.00 Uhr  bis 18.00 Uhr, Samstag Mai – September bis 20.00 Uhr / 01. November bis 15. März, Mittwoch bis Sonntag von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Montag und Dienstag Ruhetag

Anfahrt: F60, Bergheider Straße 4 03238 Lichterfeld

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Foto: (c) pixabay

Spreewald

Das einmalige, lagunenartige Wasserlabyrinth lässt sich am besten von Lübbenau aus erkunden.  Eine gute Stunde von Berlin entfernt, trifft man alte Traditionen an, die sich nicht nur in den regionalen Produkte aus Handwerk und Landwirtschaft widerspiegeln, sondern auch in den Trachten und Gebräuchen, die von der Kultur der Sorben geprägt sind. Per Spreewaldkahn oder Kanu lässt sich die faszinierende Landschaft auf ganz besondere Art und Weise erkunden.

Info Lübbenau

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Foto: (c) pixabay

NABU Blumberger Mühle

Das NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle, nordwestlich von Angermünde im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gelegen, gehört zu den größten und wohl ungewöhnlichste Informationszentrum des NABU.  Im Hauptinformationszentrum des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, erhält man in Ausstellungen und live in der Natur spannende Einblicke in die reiche Tier- und Pflanzenwelt der eiszeitlich geprägten Landschaft der Uckermark.

Jetzt im Herbst kann man hier Kraniche beim Vogelzug beobachten: Das NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle bietet in den nächsten Wochen viele geführte Touren an.

Öffnungszeiten: April bis Oktober, Montag bis Sonntag 09 Uhr bis 18 Uhr / November bis März, Montag bis Sonntag 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Anfahrt: NABU-Erlebniszentrum, Blumberger Mühle 2, 16278 Angermünde

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Foto: (c) pixabay


Titelfoto: (c)  Heart Of Brandenburg