Kategorie: Nimm Essen mit nach Brandenburg?

Potsdam Street Food Festival 15.-17. September

Am kommenden Wochenende findet im Potsdamer Neuen Lustgarten wieder das Street Food Festival statt.
Die über 70 Food-Trucks und Ständen bieten eine tolle Gelegenheit, sich auf eine inspirierende und abwechslungsreiche kulinarische Weltreise zu begeben. An den Garküchen aus aller Welt warten bekannte und noch zu entdeckende Köstlichkeiten mit exotischen Düften. Untermalt wird das Event von Live Musik und den Grooves von verschiedenen DJs.
Wer einen entspannten Tag in der Landeshauptstadt Brandenburgs verbringen möchte, sollte auch die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten nicht verpassen und das Street Food Festival mit einem Stadtrundgang verbinden. Hier sind einige Inspirationen:
Russische Kolonie Alexandrowka
Höfe
Cafés
Potsdamer Spezialitäten

Infos:
Street Food Festival – Summer Edition, 15.09. 14-22 Uhr, 16.09. 11-22 Uhr und 17.09. 11-20 Uhr, Neuer Lustgarten, Eintritt: 3 Euro, unter 14 Jahren frei

 

 


 

Brandenburger Winterküche

 

‚Man geht in den Garten, sucht sich das, was gerade geerntet werden kann und fängt an zu kochen!‘

 

Im Herbst haben wir reichlich Möhren, Äpfel, Quitten und auch Kürbisse geerntet. Also Obst und Gemüse, welches sich gut für die Einlagerung eignet und auf das man dann im Laufe des Winters zurückgreifen kann.

Gerade für die Lagerung von Kürbissen ist es wichtig, dass diese keine schadhaften Stellen aufweisen und vorher nicht abgewaschen werden. Der Stiel sollte auf ca. 1 cm gekürzt, jedoch auf keinen Fall komplett entfernt werden. In erster Linie brauchen Kürbisse einen kühlen und trockenen Lagerort, wobei die Idealtemperatur zwischen 10 und 14 Grad liegt. So kann man das Gemüse durchaus ein paar Monate aufbewahren. Auch wenn man auf keine eigene Ernte zurückgreifen kann, bekommt man Kürbisse bis in den März hinein noch beim (Bio-) Bauern.

Für alle Freunde der Brandenburger Küche kochen wir heute mit den Zutaten aus Elkes Garten in Löwenbruch ein klassisches und saisonales Gericht. 

Kürbissuppe & Quittenkompott mit Plinsen

Zutaten für ca. 5 Personen

Kürbissuppe: 1,5 kg Kürbis, 1 Zwiebel, 100 g Ingwer, 3 Möhren, 5 kleine Kartoffeln, 2 Quitten, 1/4 Sellerieknolle, ca. 700ml Gemüsefond oder Gemüsebrühe, 3 EL Öl, 250 g Sahne, etwas Butter, Salz, Pfeffer & Zucker

Quittenkompott mit Plinsen: 6 Quitten, Gelierzucker, Zimt, 4 Eier, 1 Liter Milch, 400 g Mehl, 20g Zucker, Prise Salz & Butter zum anbraten

Die Kürbissuppe

Den Kürbis aufschneiden und das Kürbisfruchtfleisch kleinschneiden. Das „fädige“ Innere wird herauslöst und entsorgt. Die Kürbiskerne können getrocknet und geröstet werden und dienen dann als Dekoration der nächsten Kürbissuppe. Dann Zwiebeln, Kartoffeln, Quitten (entkernen) und Sellerie schälen und würfeln. Nun kann das Öl in einem großen Topf erhitzt werden. Zwiebeln darin glasig dünsten. Dann die restlichen Zutaten hinzufügen und leicht anbraten. Mit der Brühe ablöschen und alles zugedeckt bei schwacher Hitze 15-20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis zerfallen ist. Dabei ab und zu umrühren.

Jetzt wird die Temperatur auf ein Minimum reduziert. Dann die Suppe mit einem Pürierstab pürieren, mit Salz, Pfeffer, Zucker und einem Stich Butter abschmecken, den Ingwer reiben und mit der Sahne hinzugeben. Warmhalten und 30 Minuten ziehen lassen, damit sich sie Aromen gut entfalten können.

Quittenkompott & Quittengelee

Aus den Quitten bereiten wir sowohl unser Dessert, als auch ein Gelee zu. Letzteres kann man bei richtiger Zubereitung und Lagerung auch noch nach Monaten genießen!

Die einfachste Methode, mit der man Quitten entsaften kann, ist im Kochtopf. Man gibt die Quittenstücke in einen Topf und fügen Sie gerade soviel Wasser hinzu, dass die Stücke bedeckt sind. Dann 20-30 Minuten auf niedriger Flamme köcheln lassen. Die gekochten Quittenstücke für das Dessert entnehmen und abkühlen lassen. Zusammen mit Zimt und Zucker zu einem Kompott verrühren.

Anschließend den Saft für das Quittengelee abmessen, mit dem Gelierzucker (Verhältnis nach Anleitung auf der Packung!) mischen und in einem Topf bei starker Hitze unter ständigem Rühren zum Kochen bringen, bis das gesamte Gelee kräftig sprudelt. Nun vier Minuten unter ständigem Rühren weiterkochen lassen. Das Gelee in abgekochte Schraubgläser füllen, sofort mit den ebenfalls abgekochten Twist-off-Deckeln gut verschließen und abkühlen lassen. Das fertige Quittengelee muss kühl und dunkel gelagert werden und ist dann im besten Fall ca. 3 Jahre haltbar.

Zum Abschluss werden die Eier mit Milch, Mehl, Zucker und einer Prise Salz gut verquirlt, portionsweise in eine beschichtete Pfanne gegeben und mit Butter zu etwa 1 cm dicken Plinsen (Eierkuchen, sorbisch plinc oder dialektal blinc) gebacken. Parallel dazu kann dann auch die Kürbissuppe wieder aufgewärmt werden.

Fertig!

Zur Suppe empfehlen wir einen ‚Kloster Pforta Pfortenser Köppelberg Grauer Burgunder Trocken 2013‘ (Saale-Unstrut) und zum Dessert ein Gläschen Zinnaer Klosterbruder!

Tipp: Café und Restaurant „Kleines Haus“ in Linum, Ostprignitz-Ruppin

„Kreative kulinarische Ideen gepaart mit regionalen, frischen Zutaten“ – dafür steht das Kleine Haus in Linum (Fehrbellin).

Hier serviert Frank Buthmann, Mitglied im umweltbewußten „Green Chefs“ köstliches Slow Food, basierend auf ausgewählten Zutaten aus der Region. Konsequent regional und saisonal: Alle Zutaten besorgt der Küchenchef selbst in einem Umkreis von maximal 100 km.

Neben wechselnden saisonalen Gerichten bietet Frank Buthmann auch viele selbsthergestellte Produkte zum Mitnehmen an. So z.B. Fruchtaufstriche, Hot Zucchini Salsa, Kürbis-Curry-Ketchup, Kleines Haus Knusperknäcke und vieles mehr.

Gerade weil alles so frisch, regional und spontan ist, bietet das Kleine Haus keine feste Speisekarte an. Also einfach mal ausprobieren und überraschen lassen!


Bis Anfang März ist das Kleine Haus freitags von 15:00 – 21:00 Uhr und an den Wochenenden von 11:00 – 21:00 Uhr geöffnet.

 

 

Die Brandenburger Küche: Teltower Rübchen, Spreewälder Gurken, Knieperkohl & Co.

Hallo zusammen,

in den nächsten Wochen werden wir unser Augenmerk verstärkt auf die Spezialitäten der Brandenburger Küche richten. Gerade weil die hiesigen Kochgewohnheiten als eher einfach abgetan und nicht selten belächelt werden, möchten wir Euch zeigen, dass die Brandenburger Küche mehr zu bieten hat, als im Allgemeinen angenommen wird. Anhand von Rezepten, Koch-Features und Restaurantkritiken werden wir Rainald Grebes provokantes Zitat „Nimm Essen mit nach Brandenburg“ aus dem Song Brandenburg genauer unter die Lupe nehmen!


heart-of_brandenburg_cpixabay_gemuseFotos (c) Pixabay

Seen, Wäldern, der berühmten Märkischen Sand sowie die Traditionen der slawischen und norddeutschen Bevölkerung sind prägend für die traditionelle Brandenburger Küche.

Spezialitäten wie Teltower Rübchen, Knieperkohl, Beelitzer Spargel, Spreewälder Gurken, Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, Plinsen (Pfannkuchen) oder auch das berühmte Fürst-Pückler-Eis sind überregional bekannte Highlights der Küche zwischen Uckermark und Niederlausitz.

Es ist Friedrich dem Großen zu verdanken, dass die Kartoffel hier heimisch wurde und auch heute noch wichtiger Bestandteil der Küche ist.

Die waldreichen Gebiete der Schorfheide, der Niederlausitz und dem Hohen Fläming zeichnen sich dafür verantwortlich, dass Wild- und Pilzgerichte auf keiner Speiskarte fehlen. In guten Jahren sind Pfifferlinge, Maronen und Steinpilze reichlich in den Brandenburger Wäldern anzufinden und es verwundert nicht, dass sie die Gerichte der regionalen Küche entscheidend prägen. Aber auch die unzähligen fischreichen Gewässer der Region mit Karpfen, Zander und Hecht, bereichern die Speisekarten vieler Restaurants und die Kochgewohnheiten der Brandenburger.

Die fruchtbaren Böden des Spreewald bieten zusammen mit reichlich Wasser die beste Voraussetzung für das Gedeihen von Gurken und Kürbisgewächsen. Das erkannten schon vor Jahrhunderten die im Spreewald ansässige Holländer. Um überschüssige Ernten haltbar zu machen, setzten sie das Verfahren der Milchsäurevergärung ein. Durch Verfeinerung mit Gewürzen und frischen Kräutern entstand daraus später die echte Spreewaldgurke.


Fotos 1-12 (c) Pixabay

Hier noch eine Auswahl an Brandenburger Spezialitäten:

Spreewaldsauce

Eine klassische gebundene Sauce, die auch schon Fontane zu schätzen wusste:

„Das wäre kein Spreewaldsmahl, wenn kein Hecht auf dem Tisch stände, und das wäre kein Hecht, wenn ihn nicht die berühmte Spreewaldsauce begleitete, die mir wichtig genug erscheint, um hier das Rezept in seinen äußersten Umrissen folgen zu lassen. Das Geheimnis dieser Sauce ruht in der kurzen Formel: wenig Butter, aber viel Sahne.“

Spreewaldsauce wird vor allem zu gekochtem Fisch wie Aal, Hecht oder Zander gereicht. Zur Zubereitung wird aus Fischbrühe und heller Mehlschwitze eine weiße Grundsauce hergestellt, die dann mit Sahne, Petersilie und Dill verfeinert wird.

Quark mit Leinöl 

Eine traditionelle Spezialität der Niederlausitz sind Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl.

Knieperkohl

Knieperkohl ist eine Spezialität aus der Prignitz und besteht aus einer Mischung aus Weißkohl, Grünkohl, Markstammkohl sowie Kirsch- und Weinblättern.

Teltower Rübchen

Früher als Arme-Leute-Essen angebaut, sind Teltower Rübchen heute eine begehrte Delikatesse, die selten in konventionellen Supermärkten erhältlich ist. Am ehesten wird man in Bioläden und auf gut sortierten Märkten fündig.

Britzer

Die Knacker sind eine typische Rohwurstsort aus der Region. Erhitzt ist sie die perfekte Begleiterin von deftigen Eintöpfen oder Gemüsegerichten wie z.B. Grün- oder Knieperkohl.

Spreewälder Gurken

Senfgurken, Saure Gurken, Pfeffergurken, Knoblauchgurken oder Gewürzgurken – die traditionellen Rezepturen der Spreewaldgurken sind noch oft streng gehütete Familienrezepte. Der herzhafte und aromatische Geschmack ist das typische Merkmal der echten Spreewälder Gurken.

Beelitzer Spargel

Der Märkische Sand in der Nuthe-Nieplitz-Niederung ist dafür bekannt, dass hier Spargel hervorragend gedeiht und so der Beelitzer Spargel Weltruhm erlangt hat. Saison ist immer von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni.

Fürst Pückler Eis

Das älteste bekannte Rezept stammt vom Königlich-Preußischen Hofkoch Louis Ferdinand Jungius, der Fürst Pückler-Muskau – dieser residierte auf Schloss Branitz bei Cottbus – 1839 in seinem Kochbuch ein dreischichtiges Sahneeis widmete. Die heute als Fürst-Pückler-Eis bezeichnete Spezialität ist in der Regel eine Kombination aus Schokoladen- und Erdbeer- und Vanilleeis.


Beste Grüße und bis bald

Paul

 

 

 

Potsdamer-Spezialitäten-Tour: Niederlande – Russland – Preußen

Im Gegensatz zu Berlin geht es abends in Potsdam bekanntlich um einiges beschaulicher zu. Allen denen, die eine Alternative zum abendlichen Restaurant-, Theater- und Kneipenbesuch suchen, empfehle ich die dynamische, von mir selbstbetitelte Potsdamer-Spezialitäten-Tour.

Obwohl der Titel der Tour ist nicht außerordentlich kreativ ist, trifft er doch im Kern einige kulinarische Besonderheiten, die in dieser Kombination nur Potsdam zu bieten hat.

Aus Liebe und Bewunderung  des einen preußischen Königs für die Niederlande und eines anderen für das russische Zarenreich, sind uns heute noch das Holländische Viertel und die russische Kolonie Alexandrowka erhalten geblieben. Architektonisch einzigartig für Deutschland, sind beide Ensembles nach der Wiedervereinigung aufwändig restauriert worden. Es verwundert nicht, dass sowohl in der russischen Kolonie, als auch im Holländischen Viertel die entsprechende jeweilige landestypische Gastronomie anzutreffen ist.

Niederländisch

Wir starten gegen 18:00 Uhr im Holländischen Viertel mit köstlichen Poffertjes im schönen Café  Poffertjes en Pannekoeken in der Mittelstraße 32.  Poffertjes sind eine niederländische Gebäckspezialität, die kleinen, münzgroßen Pfannkuchen ähnelt und in einer speziellen Pfanne mit entsprechenden Vertiefungen zubereitet werden. Mit kleinen Butterstückchen und viel Puderzucker bestreut sind sie deutlich süßer als unsere Pfannkuchen. In den Niederlanden werden Poffertjes oftmals zusätzlich mit Stroop (Zuckerrübensirup) garniert. Im Poffertjes en Pannekoeken kann man  auch andere Toppings, wie Sahne oder Schokosauce wählen.

Russisch

Dann geht es weiter in die verträumte und dunkel daliegende Kolonie Alexandrowka im Norden der Innenstadt. Die Siedlung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besteht aus insgesamt zwölf Gehöften in ausgedehnten Gärten, mit 12 hölzernen, freistehende Giebelhäusern, zwei weiteren hölzernen Gebäuden und der Alexander-Newski-Gedächtniskirche. In der russischen Teestube Alexandrowka Haus 1 haben wir die „Teezeremonie aus dem goldenen Samowar“ vorbestellt. Beim Eintreten vergisst man im überwältigenden Ambiente kurz, dass man in Deutschland ist. Die Teegläser sind bereits eingedeckt und der goldene Samowar steht in der Mitte der langen Tafel, umringt von russischem Teegebäck, Konfekt, Zitrone, Honig  und Konfitüre. Als besonderes Highlight präsentiert Inhaber Thomas Hein sogar noch eine interessante Einführung in die Welt der russischen Teekultur. Der Tee mit seinem leicht rauchigen Aroma, ergänzt mit den bereitstehenden Zutaten ist einfach nur wunderbar! Nach einer kräftigen Runde Wodka geht es weiter zum königlichen Finale der Tour.

Preußisch

Direkt am Jungfernsee, am Rande des Neuen Gartens und in direkter Nachbarschaft zum geschichtsträchtigen Schloss Cecilienhof, kehren wir in die Meierei ein. Hier in der ehemaligen historischen Molkerei des Königshofs gibt es neben brandenburgischer Küche auch selbstgebrautes Bier in verschiedenen Ausführungen. Gerade am Abend ist das ziemlich einsam liegende schlossartige Gebäude mit seiner Terrasse direkt am See mehr als beindruckend. Nach einigen Runden Bier mit unterhaltsamer Moderation der gleichermaßen eloquenten wie sympathischen Bedienung ging es dann wieder zurück ins Hotel. Schade nur, dass die Meierei am Neuen See dank übersensibler BewohnerInnen des angrenzenden Villenviertels bereits um 22:00 Uhr schließen muss!


Bei schönem Wetter kann man die Distanzen zwischen den Stationen gut mit dem Rad zurücklegen. Im Winter oder bei ungünstigem Wetter empfiehlt es sich, auch aus zeitlichen Gründen, zumindest für die Strecke zwischen Alexandrowka und der Meierei im Neuen Garten sowie für den Rückweg zur Innenstadt Taxen zu bestellen.

Bis bald und beste Grüße

Paul