Schlagwort: Preußen

Kloster Zinna

Eintauchen in die sakrale Welt des Mittelalters: Die Geschichte der Weißen Mönche und des „Zinnaer Klosterbruders“, das älteste Druckwerk Brandenburgs, spätgotische Fresken, das Innere einer Orgel und wechselnde Kunstausstellungen erleben!
Das Kloster Zinna wurde im Jahr 1170 im Stil der Norddeutschen Backsteingotik als Männerkloster des Zisterzienserordens vom Erzbischof von Magdeburg gegründet.
Neben der Missionierung der zum Teil noch heidnischen Slawen, bestand die Hauptaufgabe der Mönche, darin, das Siedlungsland östlicher der Elbe wirtschaftlich weiterzuentwickeln und schrittweise auszudehnen. Die Zisterzienser schufen hier landwirtschaftliche Musterbetriebe und trugen so auch zur Verbreitung der westeuropäischen hochmittelalterlichen Kultur bei. Vom Kloster aus wurde daher einst ein bedeutender Grundbesitz verwaltet und bestellt.
Durch die Nähe zu Wittenberg breiteten sich die Lehren Luthers auch schnell in der Region um das Kloster Zinna aus und so verließen 1553 die letzten Mönche Zinna, das Kloster wurde säkularisiert.
Einblicke in die Geschichte der Zisterzienser werden im Klostermuseum ausführlich dargestellt. Darüberhinaus bietet eine Schau-Distillerie Einblicke in die Produktion des „Zinnaer Klosterbruders“.

Kloster Zinna Infos:
Das Kloster Zinna befindet sich direkt am Flaeming-Skate und ein Besuch kann daher optimal in eine Tagestour oder einen mehrtägigen Aufenthalt in der Region eingebunden werden.
Anfahrt
Öffnungszeiten / Eintrittspreise
Restaurant-Tipp 1
Restaurant-Tipp 2
Übernachtungs-Tipp

Herbst in Alexandrowka – Fotoimpressionen

Die Russische Kolonie Alexandrowka: Ein pittorskes Parkdorf nach russischem Vorbild mitten in Potsdam, ehemals bewohnt von russischen Sängern, die als Kriegsgefangene an den preußischen Hof gekommen waren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Friedrich Wilhelm III. von Preußen ließ die Anlage in den Jahren 1826/27 als Denkmal für den 1825 verstorbenen Zar Alexander I. errichten und benennen.

Als Teil der Potsdamer Kulturlandschaft ist die Kolonie heute UNESCO-Weltkulturerbe.

 

 

Die Brandenburger Küche: Teltower Rübchen, Spreewälder Gurken, Knieperkohl & Co.

Hallo zusammen,

in den nächsten Wochen werden wir unser Augenmerk verstärkt auf die Spezialitäten der Brandenburger Küche richten. Gerade weil die hiesigen Kochgewohnheiten als eher einfach abgetan und nicht selten belächelt werden, möchten wir Euch zeigen, dass die Brandenburger Küche mehr zu bieten hat, als im Allgemeinen angenommen wird. Anhand von Rezepten, Koch-Features und Restaurantkritiken werden wir Rainald Grebes provokantes Zitat „Nimm Essen mit nach Brandenburg“ aus dem Song Brandenburg genauer unter die Lupe nehmen!


heart-of_brandenburg_cpixabay_gemuseFotos (c) Pixabay

Seen, Wäldern, der berühmten Märkischen Sand sowie die Traditionen der slawischen und norddeutschen Bevölkerung sind prägend für die traditionelle Brandenburger Küche.

Spezialitäten wie Teltower Rübchen, Knieperkohl, Beelitzer Spargel, Spreewälder Gurken, Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, Plinsen (Pfannkuchen) oder auch das berühmte Fürst-Pückler-Eis sind überregional bekannte Highlights der Küche zwischen Uckermark und Niederlausitz.

Es ist Friedrich dem Großen zu verdanken, dass die Kartoffel hier heimisch wurde und auch heute noch wichtiger Bestandteil der Küche ist.

Die waldreichen Gebiete der Schorfheide, der Niederlausitz und dem Hohen Fläming zeichnen sich dafür verantwortlich, dass Wild- und Pilzgerichte auf keiner Speiskarte fehlen. In guten Jahren sind Pfifferlinge, Maronen und Steinpilze reichlich in den Brandenburger Wäldern anzufinden und es verwundert nicht, dass sie die Gerichte der regionalen Küche entscheidend prägen. Aber auch die unzähligen fischreichen Gewässer der Region mit Karpfen, Zander und Hecht, bereichern die Speisekarten vieler Restaurants und die Kochgewohnheiten der Brandenburger.

Die fruchtbaren Böden des Spreewald bieten zusammen mit reichlich Wasser die beste Voraussetzung für das Gedeihen von Gurken und Kürbisgewächsen. Das erkannten schon vor Jahrhunderten die im Spreewald ansässige Holländer. Um überschüssige Ernten haltbar zu machen, setzten sie das Verfahren der Milchsäurevergärung ein. Durch Verfeinerung mit Gewürzen und frischen Kräutern entstand daraus später die echte Spreewaldgurke.


Fotos 1-12 (c) Pixabay

Hier noch eine Auswahl an Brandenburger Spezialitäten:

Spreewaldsauce

Eine klassische gebundene Sauce, die auch schon Fontane zu schätzen wusste:

„Das wäre kein Spreewaldsmahl, wenn kein Hecht auf dem Tisch stände, und das wäre kein Hecht, wenn ihn nicht die berühmte Spreewaldsauce begleitete, die mir wichtig genug erscheint, um hier das Rezept in seinen äußersten Umrissen folgen zu lassen. Das Geheimnis dieser Sauce ruht in der kurzen Formel: wenig Butter, aber viel Sahne.“

Spreewaldsauce wird vor allem zu gekochtem Fisch wie Aal, Hecht oder Zander gereicht. Zur Zubereitung wird aus Fischbrühe und heller Mehlschwitze eine weiße Grundsauce hergestellt, die dann mit Sahne, Petersilie und Dill verfeinert wird.

Quark mit Leinöl 

Eine traditionelle Spezialität der Niederlausitz sind Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl.

Knieperkohl

Knieperkohl ist eine Spezialität aus der Prignitz und besteht aus einer Mischung aus Weißkohl, Grünkohl, Markstammkohl sowie Kirsch- und Weinblättern.

Teltower Rübchen

Früher als Arme-Leute-Essen angebaut, sind Teltower Rübchen heute eine begehrte Delikatesse, die selten in konventionellen Supermärkten erhältlich ist. Am ehesten wird man in Bioläden und auf gut sortierten Märkten fündig.

Britzer

Die Knacker sind eine typische Rohwurstsort aus der Region. Erhitzt ist sie die perfekte Begleiterin von deftigen Eintöpfen oder Gemüsegerichten wie z.B. Grün- oder Knieperkohl.

Spreewälder Gurken

Senfgurken, Saure Gurken, Pfeffergurken, Knoblauchgurken oder Gewürzgurken – die traditionellen Rezepturen der Spreewaldgurken sind noch oft streng gehütete Familienrezepte. Der herzhafte und aromatische Geschmack ist das typische Merkmal der echten Spreewälder Gurken.

Beelitzer Spargel

Der Märkische Sand in der Nuthe-Nieplitz-Niederung ist dafür bekannt, dass hier Spargel hervorragend gedeiht und so der Beelitzer Spargel Weltruhm erlangt hat. Saison ist immer von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni.

Fürst Pückler Eis

Das älteste bekannte Rezept stammt vom Königlich-Preußischen Hofkoch Louis Ferdinand Jungius, der Fürst Pückler-Muskau – dieser residierte auf Schloss Branitz bei Cottbus – 1839 in seinem Kochbuch ein dreischichtiges Sahneeis widmete. Die heute als Fürst-Pückler-Eis bezeichnete Spezialität ist in der Regel eine Kombination aus Schokoladen- und Erdbeer- und Vanilleeis.


Beste Grüße und bis bald

Paul

 

 

 

Potsdamer-Spezialitäten-Tour: Niederlande – Russland – Preußen

Im Gegensatz zu Berlin geht es abends in Potsdam bekanntlich um einiges beschaulicher zu. Allen denen, die eine Alternative zum abendlichen Restaurant-, Theater- und Kneipenbesuch suchen, empfehle ich die dynamische, von mir selbstbetitelte Potsdamer-Spezialitäten-Tour.

Obwohl der Titel der Tour ist nicht außerordentlich kreativ ist, trifft er doch im Kern einige kulinarische Besonderheiten, die in dieser Kombination nur Potsdam zu bieten hat.

Aus Liebe und Bewunderung  des einen preußischen Königs für die Niederlande und eines anderen für das russische Zarenreich, sind uns heute noch das Holländische Viertel und die russische Kolonie Alexandrowka erhalten geblieben. Architektonisch einzigartig für Deutschland, sind beide Ensembles nach der Wiedervereinigung aufwändig restauriert worden. Es verwundert nicht, dass sowohl in der russischen Kolonie, als auch im Holländischen Viertel die entsprechende jeweilige landestypische Gastronomie anzutreffen ist.

Niederländisch

Wir starten gegen 18:00 Uhr im Holländischen Viertel mit köstlichen Poffertjes im schönen Café  Poffertjes en Pannekoeken in der Mittelstraße 32.  Poffertjes sind eine niederländische Gebäckspezialität, die kleinen, münzgroßen Pfannkuchen ähnelt und in einer speziellen Pfanne mit entsprechenden Vertiefungen zubereitet werden. Mit kleinen Butterstückchen und viel Puderzucker bestreut sind sie deutlich süßer als unsere Pfannkuchen. In den Niederlanden werden Poffertjes oftmals zusätzlich mit Stroop (Zuckerrübensirup) garniert. Im Poffertjes en Pannekoeken kann man  auch andere Toppings, wie Sahne oder Schokosauce wählen.

Russisch

Dann geht es weiter in die verträumte und dunkel daliegende Kolonie Alexandrowka im Norden der Innenstadt. Die Siedlung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besteht aus insgesamt zwölf Gehöften in ausgedehnten Gärten, mit 12 hölzernen, freistehende Giebelhäusern, zwei weiteren hölzernen Gebäuden und der Alexander-Newski-Gedächtniskirche. In der russischen Teestube Alexandrowka Haus 1 haben wir die „Teezeremonie aus dem goldenen Samowar“ vorbestellt. Beim Eintreten vergisst man im überwältigenden Ambiente kurz, dass man in Deutschland ist. Die Teegläser sind bereits eingedeckt und der goldene Samowar steht in der Mitte der langen Tafel, umringt von russischem Teegebäck, Konfekt, Zitrone, Honig  und Konfitüre. Als besonderes Highlight präsentiert Inhaber Thomas Hein sogar noch eine interessante Einführung in die Welt der russischen Teekultur. Der Tee mit seinem leicht rauchigen Aroma, ergänzt mit den bereitstehenden Zutaten ist einfach nur wunderbar! Nach einer kräftigen Runde Wodka geht es weiter zum königlichen Finale der Tour.

Preußisch

Direkt am Jungfernsee, am Rande des Neuen Gartens und in direkter Nachbarschaft zum geschichtsträchtigen Schloss Cecilienhof, kehren wir in die Meierei ein. Hier in der ehemaligen historischen Molkerei des Königshofs gibt es neben brandenburgischer Küche auch selbstgebrautes Bier in verschiedenen Ausführungen. Gerade am Abend ist das ziemlich einsam liegende schlossartige Gebäude mit seiner Terrasse direkt am See mehr als beindruckend. Nach einigen Runden Bier mit unterhaltsamer Moderation der gleichermaßen eloquenten wie sympathischen Bedienung ging es dann wieder zurück ins Hotel. Schade nur, dass die Meierei am Neuen See dank übersensibler BewohnerInnen des angrenzenden Villenviertels bereits um 22:00 Uhr schließen muss!


Bei schönem Wetter kann man die Distanzen zwischen den Stationen gut mit dem Rad zurücklegen. Im Winter oder bei ungünstigem Wetter empfiehlt es sich, auch aus zeitlichen Gründen, zumindest für die Strecke zwischen Alexandrowka und der Meierei im Neuen Garten sowie für den Rückweg zur Innenstadt Taxen zu bestellen.

Bis bald und beste Grüße

Paul

 

Potsdam: Verborgene Höfe

Wer in der brandenburgischen Landeshauptstadt schon alle Schlösser besucht hat und noch etwas Neues entdecken will oder wer den Tag einfach entspannt ausklingen lassen möchte, sollte auf jeden Fall hinter die Fassaden der in Reih und Glied angetretenen Typenhäuser der nördlichen Innenstadt schauen.

Die in der Regierungszeit des ‚Soldatenkönigs‘, Friedrich Wilhelm I. errichteten, meist zweigeschossigen Gebäude prägen noch heute das Bild der nördliche Innenstadt. Während sein Sohn ‚Friedrich der Große‘ für seine künstlerische Architektur bekannt ist, zeichnet sich die Regentschaft des Soldatenkönigs vor allem durch durch Zweckbauten aus: Seine Instruktionen zur Stadtplanung enthielten nur rudimentäre Aussagen zum Aussehen der Häuser. Des Königs Ziel waren möglichst kostengünstige Quartiere für seine Soldaten zu errichten und 1740, am Ende seiner Regierungszeit, war Potsdam faktisch eine große Kaserne. Zur Versorgung der Potsdamer Familien und der im Erdgeschoß der Häusern untergebrachten Regimenter, siedelten sich in den Höfen Handwerksbetriebe, Manufakturen und Brauereien an.

Im Laufe der Jahrhunderte und besonders nach der Wiedervereinigung hat sich der Charakter der Hinterhöfe stark verändert. Nach teilweise aufwändigen Sanierungs-arbeiten findet man hier heute kleine urbane Oasen mit gemütlichen Cafés, Restaurants, Gärtchen, Kultureinrichtungen und vielen kleinen Läden, in denen Kunsthandwerk und vieles mehr angeboten wird.

Als Startpunkt für die Entdeckungstour bietet sich z.B. der Hofeingang zum NH Hotel, Friedrich-Ebert-Straße 88 an. Von hier aus kann man sich seinen Weg quer durch die Höfe zur Gutenberg- und Jägerstraße suchen. Geht man dann aufmerksam weiter, findet man im gesamten Viertel zwischen Brandenburger Straße und Schopenhauerstraße immer wieder neue Hofeingänge,  durch die sich interessante architektonischen Ensembles entdecken lassen, hinter und in denen sich kleine Läden verbergen und schöne Cafés und Restaurants zum Verweilen einladen.


 

Unsere gastronomischen Tipps im Viertel:

Restaurants:

Osteria La Maiella

Brasserie zu Gutenberg

Belmundo

Restaurant & Cafe:

Café Heider

Kneipe:

Hafthorn

Beste Grüße und bis bald

Paul